"Das
Alter ist nicht ein Rest der Jugendkraft, sondern ein ganz Neues,
für sich Bestehendes, Großes."
(Käthe Kollwitz, 1867-1945, deutsche Grafikerin und
Bildhauerin)
Sie tragen sich mit dem Gedanken, in ein Altenheim zu ziehen bzw.
suchen für Ihren Angehörigen ein neues Zuhause. Das
ist eine einschneidende Entscheidung für Ihr weiteres Leben,
die gut überlegt werden will. Viele Fragen und auch so manches
Vorurteil stehen im Raum. In dieser Rubrik geben wir Ihnen Antworten
auf häufig gestellte Fragen, aus denen Sie auch ersehen
können, was unsere Auffassung
von Altenheim ist.
Frage: Muss ich meine Möbel und
Erinnerungsstücke in meinem bisherigen Zuhause
zurücklassen?
Antwort: Selbstverständlich
nicht. Bei uns können Sie Ihr Zimmer individuell einrichten.
Sie müssen nicht auf liebgewordene
Möbelstücke verzichten oder Bilder
zurücklassen, mit denen Sie viele Jahre gelebt haben und die
ein Teil Ihres Lebens geworden sind. Es besteht aber auch die
Möglichkeit, in ein bereits möbliertes Zimmer zu
ziehen.
Frage: Wie sind die Besuchszeiten?
Antwort: Unseren offenen Häusern
sind Gäste jederzeit willkommen. Unser Altenheim ist Ihr neues
Zuhause und daheim haben Sie ja auch keine Besuchszeiten für
die Familie oder Freunde. Auch müssen Sie weder um Erlaubnis
fragen, Besuch empfangen zu können noch die Familie oder
Freunde zu besuchen. Jeder Bewohner ist sein eigener Herr.
Frage: Muss ich meinen gewohnten
Tagesablauf im Altenheim aufgeben?
Antwort: Sie werden sicher verstehen, dass
es in einem Haus, in dem viele Personen zusammenleben, einiger
Grundregeln bedarf wie zum Beispiel die Essenszeiten. Trotzdem
bemühen wir uns, Ihren Wünschen gerecht zu werden.
Wenn Sie beispielsweise Ihr Frühstück gerne auf dem
Zimmer serviert hätten, ist dies selbstverständlich
möglich.
Frage: Muss ich befürchten, in
einem Altenheim keine Möglichkeiten der Selbstverwirklichung
mehr zu haben?
Antwort: Es gehört zu unserer
Auffassung von Qualität, unseren Bewohnerinnen und Bewohnern
ein Höchstmaß an Selbstverwirklichung zu
garantieren. Das beginnt bei der eigenen Gestaltung des Zimmers, geht
über die Unabhängigkeit, sich kurzfristig vom Essen
abmelden zu können bis hin zur Auswahlmöglichkeit
zwischen unterschiedlichen Veranstaltungen.
Frage: Stimmt es, dass man in einem
Altenheim ständig kontrolliert wird?
Antwort: Das ist ein gängiges
Vorurteil. Sie sind der Herr bzw. die Frau in Ihrem Zimmer.
Außerdem besprechen wir zu Beginn gemeinsam, ob und welche
Hilfe Sie benötigen. Ansonsten bestimmen Sie Ihre Freizeit
selbst und müssen auch von lieb gewordenen Gewohnheiten wie
beispielsweise dem wöchentlichen abendlichen Gesangskreis
keinen Abstand nehmen.
Aussage vieler Angehöriger: Ich
habe ein schlechtes Gewissen, einen meiner Eltern in ein Altenheim und
damit in fremde Hände zu geben. Aber unsere räumliche
und zeitliche Situation lässt es nicht zu, meinen Vater/meine
Mutter bei uns zu pflegen bzw. meine Kräfte sind am Ende, ich
kann mich nicht mehr Tag und Nacht um meinen Vater/meine Mutter
kümmern.
Antwort: Dies ist nicht nur eine Frage der Psychologie, sondern auch
der Professionalität. Ihr Vater, Ihre Mutter
benötigen professionelle Pflege von hierfür
ausgebildeten Menschen und das eventuell rund um die Uhr. In der Zeit,
die Sie Ihren Elternteil im Altenheim besuchen - Sie können so
oft vorbeischauen, wie Sie möchten - sind Sie unbelastet von
pflegerischen Aufgaben und können gemeinsam die Zeit
genießen: Gespräche führen, gemeinsam
spazieren gehen, schlicht zusammen sein.